Programmvergleich: AfD ↔ Bündnis C

Programmvergleich: AfD & Bündnis C

Detailvergleich der Grundsatzprogramme mit Rückbezug auf die jeweiligen Programmpunkte

AfD: „Programm für Deutschland“ (Grundsatzprogramm, Stuttgart 2016)  ·  Bündnis C: „Grundsätze und Eckpunkte“ (Fassung 10.02.2019, 8. Auflage Okt. 2024)

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Jede Aussage ist mit einem farbigen Verweis auf den jeweiligen Programmpunkt versehen — AfD Kap. x.y verweist auf das AfD-Grundsatzprogramm, BC Kap. x.y auf das Bündnis-C-Programm. Die Verweise öffnen die PDF-Datei auf der angegebenen Seite (sofern der PDF-Viewer das unterstützt). „BC Thema x“ bezieht sich auf den zweiten Programmteil „Eckpunkte zum Grundsatzprogramm“.

AfD — „Programm für Deutschland“

Dokument
Grundsatzprogramm, beschlossen auf dem Bundesparteitag Stuttgart, 30.4./1.5.2016; ca. 96 Seiten, Präambel + 14 Kapitel.
Selbstbeschreibung
„Wir sind Liberale und Konservative. Wir sind freie Bürger unseres Landes. Wir sind überzeugte Demokraten.“ (Präambel, S. 6)
Grundton
National-souveränistisch und anti-etabliert: Kritik an einer „politischen Klasse“ bzw. einem „politischen Kartell“ als „heimlichem Souverän“ (Kap. 1, Einleitung, S. 8). Bezug auf die Revolutionen von 1848 und 1989.
Legitimationsquelle
Volkssouveränität, Nationalstaat, „abendländische christliche Kultur“ als kulturelles (nicht religiöses) Erbe.

Bündnis C — „Grundsätze und Eckpunkte“

Dokument
Grundsatzprogramm („Grundsätze“, Kap. 1–4) plus „Eckpunkte“ (Präambel + 6 Themen); 26 Seiten; Anhang: Apostolisches Glaubensbekenntnis.
Selbstbeschreibung
Partei von Christen, für die die Bibel „das vom Heiligen Geist inspirierte Wort Gottes“ und „die entscheidende Richtschnur für Denken und Handeln“ ist (Kap. 1 Präambel, S. 4).
Grundton
Biblisch-ethisch: nahezu jede Position wird mit Bibelstellen in Fußnoten begründet. Bekenntnis zu Grundgesetz, Rechtsstaat, parlamentarischer Demokratie und Trennung von Kirche und Staat.
Legitimationsquelle
Gottes „universelle sittliche Ordnung“, die über jeder staatlichen Ordnung steht (Kap. 2.1.1, S. 6).

1. Grundausrichtung & Selbstverständnis Übersicht

Kernunterschied

Beide Programme teilen die Diagnose einer abgehobenen politischen Elite und einer ideologischen Einseitigkeit des öffentlichen Diskurses. Die Begründungslogik ist aber grundverschieden: Die AfD argumentiert säkular-national — Maßstab ist das souveräne deutsche Volk und seine kulturelle Identität; das Christentum kommt nur als kulturelles Erbe („abendländische christliche Kultur“, Präambel) vor. Bündnis C argumentiert durchgehend theologisch — Maßstab ist Gottes zeitlos gültige Ordnung, die über jeder Mehrheit und jedem Volkswillen steht (BC 2.6.2). Bündnis C bekennt sich zudem ausdrücklich zur Feindesliebe und grenzt sich namentlich vom Nationalismus ab, „der die Würde des eigenen Volkes aufwertet, indem es andere Völker abwertet“ (BC 2.8.1) — eine Abgrenzung, die im AfD-Programm so nicht vorkommt.
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AfD

  • Versteht sich als bürgerliche Protestalternative gegen die „politische Klasse“ und deren „Alternativlosigkeit“; will „die nationale Einheit in Freiheit vollenden“. AfD Präambel, S. 6
  • Diagnose: „Heimlicher Souverän ist eine kleine, machtvolle politische Führungsgruppe innerhalb der Parteien … ein politisches Kartell.“ AfD Kap. 1 Einl., S. 8
  • Identität ist „vorrangig kulturell determiniert“; Leitbegriffe sind Nation, Souveränität, deutsche Kultur, Sprache und Tradition. AfD Kap. 7 Einl., S. 46
  • Menschenbild: „differenziertes Menschenbild“, keine politische Heilslehre, kein „Neuer Mensch“ — bewusst säkular formuliert. AfD Kap. 1.2, S. 9–10

Bündnis C

  • Versteht sich als „zuverlässige und ethisch fundierte Alternative zum herkömmlichen Politikbetrieb“ auf Grundlage der Bibel. BC Kap. 1 Präambel, S. 4
  • Ordnet sich ausdrücklich nicht in das Schema „Links – Mitte – Rechts“ ein. BC Kap. 3, S. 19
  • Distanziert sich „in aller Entschiedenheit“ sowohl vom Nationalsozialismus/Rassismus als auch vom Marxismus/Sozialismus „in allen Varianten“, außerdem von Gender-Mainstreaming, Feminismus und naturalistischem Humanismus. BC Kap. 3, S. 19
  • Deutsche Identität beruht „weniger auf Brauchtum, sondern auf seinem christlichen, ethischen Erbe“. BC Kap. 2.8.2, S. 16
  • Eigenes Kapitel zum innerparteilichen Umgang: Wahrhaftigkeit, Demut, Feindesliebe, Vergebungsbereitschaft. BC Kap. 4, S. 19–20

2. Demokratie & Staatsorganisation Übersicht

Kernunterschied

Die AfD macht die direkte Demokratie zur zentralen, nicht verhandelbaren Systemreform und liefert einen detaillierten institutionellen Umbauplan (Direktwahl des Bundespräsidenten, Amtszeitbegrenzungen, Bundestagsverkleinerung). Bündnis C fordert zwar ebenfalls Volksentscheide, relativiert die Volkssouveränität aber theologisch: Auch eine demokratische Mehrheit kann „verhängnisvolle Wahlentscheidungen“ treffen und ist an Gottes universelles Recht gebunden (BC 2.6.2). Für die AfD ist das mündige Volk der letzte Maßstab („Das deutsche Volk ist ebenso mündig wie das der Schweizer“, AfD 1.1); für Bündnis C bleibt der letzte Maßstab Gott. Nur Bündnis C fordert die Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde — naheliegend für eine Kleinpartei; die AfD fordert dies nicht.
Gemeinsam: Mehr direkte Demokratie, Kritik am Fraktionszwang und an der Macht der etablierten Parteien, Kritik an „Political Correctness“ und Diskurstabus (AfD Kap. 9.1 Einl.; BC 2.6.3), schlanker Staat, Subsidiarität.
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AfD

  • Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild — „nicht verhandelbarer Inhalt jeglicher Koalitionsvereinbarungen“; Volk soll über Gesetze, Grundgesetzänderungen und Souveränitätsabgaben abstimmen. AfD Kap. 1.1, S. 9
  • „Schlanker Staat“: Konzentration auf vier Kerngebiete (innere/äußere Sicherheit, Justiz, auswärtige Beziehungen, Finanzverwaltung). AfD Kap. 1.2, S. 9
  • Strikte Trennung von Amt und Mandat; Abschaffung parlamentarischer Staatssekretäre. AfD Kap. 1.4, S. 10
  • Macht der Parteien beschränken: Amtszeitbegrenzung gegen „Berufspolitikertum“, Verkleinerung des Bundestags, freie Listenwahl. AfD Kap. 1.5, S. 11–13
  • Direktwahl des Bundespräsidenten durch das Volk. AfD Kap. 1.5.5, S. 13
  • Straftatbestand der Steuerverschwendung. AfD Kap. 1.6.2, S. 14

Bündnis C

  • Stärkung des „demokratischen Elements durch Volksabstimmungen im Sinne einer direkten Demokratie“. BC Kap. 2.6.1, S. 13
  • Aber: Demokratieprinzip allein genügt nicht — „absolute Grundrechte“ und Gottes Sittengesetz stehen über jeder Mehrheit; keine Mehrheit darf „die Tötung unschuldigen Lebens dulden“. BC Kap. 2.6.2, S. 13
  • Abschaffung bzw. Überprüfung der Fünf-Prozent-Hürde und Verbot des Fraktionszwangs. BC Kap. 2.6.3, S. 14 BC Thema 2.3, S. 24
  • Persönliche Haftung von Politikern, die „grob fahrlässig oder mutwillig zum Schaden des deutschen Volkes“ handeln. BC Thema 2.3, S. 24
  • Dezentralisierung und strikte Subsidiarität; umfassende Meinungsfreiheit, Ablehnung jeder „Political Correctness“. BC Kap. 2.6.2 BC Kap. 2.6.3, S. 14

3. Europa, EU & Euro Übersicht

Kernunterschied

Der entscheidende Unterschied liegt beim Euro: Die AfD — deren Gründungsimpuls die Euro-Kritik war — widmet dem Euro-Ausstieg mehrere Seiten und fordert ausdrücklich das Ende der Gemeinschaftswährung inklusive einseitiger Kündigung der Verträge (AfD 2.4). Bündnis C fordert nirgends die Abschaffung des Euro; es will „nur“ die Haftungsunion beenden (keine Eurobonds, keine Fiskalunion). Auch beim EU-Austritt geht die AfD weiter: Sie benennt Austritt/Auflösung als Konsequenz gescheiterter Reformen, während Bündnis C die EU als reformierte Konföderation ausdrücklich erhalten will und sogar eine Stärkung des Europäischen Parlaments fordert — eine Forderung, die dem AfD-Programm (das das EU-Parlament als unzureichend legitimiert kritisiert, aber nicht stärken will) fremd ist.
Gemeinsam: Ablehnung eines EU-Bundesstaats und jeder Transfer-/Haftungsunion, Subsidiarität, Kritik an der demokratischen Legitimation der EU-Organe, Rückverlagerung von Kompetenzen an die Nationalstaaten, Volksabstimmungen über Souveränitätsübertragungen.
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AfD

  • „Europa der Vaterländer“: Rückbau der EU zu einer Wirtschafts- und Interessengemeinschaft souveräner Staaten; strikte Ablehnung eines europäischen Bundesstaats. Falls Reformen scheitern: „Austritt Deutschlands oder eine demokratische Auflösung“ als Option. AfD Kap. 2.1–2.2, S. 17
  • Euro: „Wir fordern, das Experiment EURO geordnet zu beenden“ — sonst Volksabstimmung über den Verbleib; der Euro sei „eine grundlegende Fehlkonstruktion“; ein „Austritt Deutschlands aus der Währungsunion ist … zwingend erforderlich“. AfD Kap. 2.4, S. 18–21
  • Keine deutsche Haftung für ausländische Banken und Staaten; Kritik an ESM, Target-Salden, EZB-Anleihekäufen. AfD Kap. 2.4–2.5, S. 20–21
  • Ablehnung des EU-Beitritts der Türkei; Ablehnung einer gemeinsamen EU-Außenpolitik (GASP). AfD Kap. 2.3, S. 18

Bündnis C

  • EU soll „kein zwangsvereinigter Bundesstaat (‚Föderation‘) werden, sondern ein Staatenbund (‚Konföderation‘) freier, eigenverantwortlicher Demokratien bleiben“. BC Thema 5.2, S. 26
  • Übertragung von Hoheitsrechten nur vorübergehend, klar begrenzt, rückholbar und nur per Volksabstimmung. BC Kap. 2.8.3, S. 17
  • „Keine Fiskalunion, keine Eurobonds und keine europäische Steuer … Europa darf keine Transfergemeinschaft sein“; strikte Ablehnung der Haftungs- und Finanzunion. BC Thema 5.2, S. 26
  • Detaillierte Kompetenzliste: Eigenständigkeit u. a. bei Bildung, Steuern, Sozial- und Familienpolitik, Justiz; EU-Zuständigkeit sinnvoll bei Fischerei, Umwelt, Zöllen, Handel. BC Thema 5.2, S. 26
  • EU-Finanzierung über Pro-Kopf-System; Stärkung des EU-Parlaments gegenüber der Kommission. BC Thema 5.2, S. 26

4. Einwanderung, Asyl & Integration Übersicht

Kernunterschied

Hier liegt einer der größten Unterschiede in Tiefe und Härte: Die AfD entwirft ein komplettes migrationspolitisches Gegenmodell — Abschaffung des individuellen Asylgrundrechts, Externalisierung der Verfahren, Grenzzäune, Rückführungsoffensive — und rahmt Migration als existenzielle Gefahr („schleichendes Erlöschen der europäischen Kulturen“, AfD 9.1.1). Bündnis C behält das Asylrecht ausdrücklich bei und rahmt das Thema biblisch über das Gastrecht (mit Verweis auf 3. Mose 19,33-34): Wohlwollende Aufnahme, aber klare Pflichten und Ausweisung bei Missbrauch. Der restriktive Kernimpuls von Bündnis C richtet sich nicht gegen das Asylrecht, sondern gegen die Vorstellung, Einwanderung könne die demografische Lücke füllen — die es primär als Folge der Abtreibungspraxis deutet. Ein AfD-Pendant zu Rückführungs-, Grenz- und Kriminalitätsforderungen fehlt bei Bündnis C fast vollständig.
Gemeinsam: Beide sehen Einwanderung nicht als Lösung des demografischen Problems und setzen stattdessen auf Familienpolitik/Geburten (AfD 6.2; BC 2.8.4); beide fordern Deutschpflicht und Akzeptanz der Rechtsordnung als Integrationsbedingung; beide warnen vor Parallelgesellschaften.
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AfD

  • Eigenes, sehr ausführliches Kapitel; Forderung eines „Paradigmenwechsels“: Ersetzung des individuellen Asylgrundrechts (Art. 16a GG) durch eine „institutionelle Garantie“; Anpassung der Genfer Konvention. AfD Kap. 9.1.1, S. 59–60
  • Vollständige Schließung der EU-Außengrenzen; Schutz- und Asylzentren in den Herkunftsregionen („australisches Modell“); Antragsteller in Europa „ausnahmslos“ dorthin zurückverpflichten. AfD Kap. 9.1.1, S. 59–60
  • Strenge Personenkontrollen an deutschen Grenzen inkl. Bewachung der „grünen Grenze“, notfalls mit Bundeswehr und „Schutzzäunen“. AfD Kap. 9.1.1, S. 60 AfD Kap. 3.9, S. 27
  • Konsequente Rückführung, Streichung von Altfall- und Bleiberechtsregelungen. AfD Kap. 9.1.2, S. 60–61
  • Demografisches Leitmotiv: „Mehr Kinder statt Masseneinwanderung“; Warnung vor „ethnisch-kulturellem Wandel der Bevölkerungsstruktur“ und „Multi-Minoritätengesellschaften“. AfD Kap. 6.2, S. 41–42
  • Gesteuerte, qualifizierte Einwanderung aus Drittstaaten nur nach Bedarf; Einbürgerung als „Abschluss gelungener Integration“; Kapitel zu „Einwandererkriminalität“. AfD Kap. 9.3–9.7, S. 62–65

Bündnis C

  • Ein einziger Grundsatz-Abschnitt: „aufrichtige Gastfreundschaft gegenüber Menschen anderer Völker und Kulturen“; Einwanderer und Asylsuchende dürfen „in keinem Falle Hass oder Unterdrückung ausgesetzt sein“. BC Kap. 2.8.4, S. 17
  • Das Asylrecht selbst wird nicht infrage gestellt; aber: „Wenn ein Gast seinen Gaststatus missbraucht, muss er damit rechnen, dass er sein Gastland zu verlassen hat.“ BC Kap. 2.8.4, S. 17
  • Integrationspflichten: politische und rechtliche Kultur akzeptieren, Gesetze achten, Deutsch beherrschen — dann gleiche Rechte und Pflichten. BC Kap. 2.8.4, S. 17 BC Thema 4.4, S. 25
  • „Deutschland ist kein der Einwanderung bedürftiges Land. Die angemessene Bevölkerungspolitik ist Familienpolitik, nicht Einwanderungspolitik“ — verknüpft mit Kritik an Abtreibung („schrecklicher Zynismus“, getötete Kinder durch Einwanderung auszugleichen). BC Kap. 2.8.4, S. 17

5. Islam & Religionspolitik Übersicht

Kernunterschied

Die AfD beantwortet die Islam-Frage ordnungsrechtlich mit einem Katalog konkreter Verbote (Minarett, Muezzinruf, Burka, Kopftuch, Koranschulen, Körperschaftsstatus, Auslandsfinanzierung). Bündnis C stellt keine einzige dieser Verbotsforderungen; seine Antwort ist weltanschaulich-missionarisch: Aufklärung über den Islam, Werbung für christliche Werte und das Grundgesetz, bei ausdrücklicher Bekenntnisfreiheit für alle. Zudem verschiebt Bündnis C den Fokus nach außen (weltweite Christenverfolgung, islamischer Antijudaismus als Ursache des Nahostkonflikts), während die AfD den Islam primär als innenpolitisches Integrations- und Sicherheitsproblem behandelt.
Gemeinsam: Beide sehen im (politischen) Islam eine Gefahr für die freiheitliche Ordnung, warnen vor Scharia-Parallelstrukturen und verteidigen Islamkritik gegen den Vorwurf der „Islamophobie“ (AfD 7.6.2; BC Thema 5.1).
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AfD

  • Kernsatz: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ In seiner Ausbreitung sieht die AfD „eine große Gefahr für unseren Staat, unsere Gesellschaft und unsere Werteordnung“ — gemäßigte, rechtstreue Muslime dagegen „gehören zu Deutschland“. AfD Kap. 7.6.1, S. 49
  • Konkrete Verbote: Ablehnung von Minarett und Muezzinruf als „islamisches Herrschaftssymbol“; Verbot der Vollverschleierung (Burka/Niqab) in der Öffentlichkeit; Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst und für Lehrerinnen wie Schülerinnen. AfD Kap. 7.6.3–7.6.5, S. 49–50
  • Auslandsfinanzierung von Moscheen unterbinden; Imamausbildung nur an deutschen Universitäten; kein Körperschaftsstatus für islamische Organisationen. AfD Kap. 7.6.3–7.6.4, S. 49–50
  • Koranschulen schließen, Islamkunde in den Ethikunterricht integrieren; keine Sonderrechte für muslimische Schüler. AfD Kap. 8.2.7–8.2.8, S. 55
  • Islamkritik als Teil der Meinungsfreiheit verteidigen. AfD Kap. 7.6.2, S. 49

Bündnis C

  • „Die häufig geleugnete Islamisierung Deutschlands im Sinne der Ausbreitung von Parallelgesellschaften, unabhängiger Sharia-Gerichte sowie freiheitsfeindlicher Grundhaltungen ist nicht hinnehmbar.“ BC Thema 5.1, S. 25–26
  • Antwort ist primär Aufklärung und Überzeugung: „sachliche und fundierte Aufklärung … über den Islam, seine Geschichte, die Aussagen des Korans“; Menschen „für das Grundgesetz und seine Werte neu überzeugen“; Respekt gegenüber jedem Menschen unabhängig vom Glauben. BC Thema 5.1, S. 25–26
  • Bekräftigt „Bekenntnisfreiheit für alle“ und legitime, sachliche Religionskritik — solange nicht „pauschalisierend, hetzerisch oder menschenfeindlich“. BC Thema 5.1, S. 26
  • Beobachtet den „politischen Islam … mit Sorge“ (neben Okkultismus und Spiritismus). BC Kap. 3, S. 19
  • Schwerpunkt Außenpolitik: Christenverfolgung „vor allem in islamischen und sozialistischen Ländern“ hat oberste Priorität; Entwicklungshilfe an Religionsfreiheit für Christen knüpfen. BC Kap. 2.9.3, S. 18 BC Thema 5.2, S. 26

6. Familie, Ehe, Gender & Lebensschutz Übersicht

Kernunterschied

Bündnis C geht in Konsequenz und Reichweite deutlich weiter: Es fordert ein generelles, strafbewehrtes Abtreibungsverbot ab der Empfängnis, ein Verbot jeder Sterbehilfe, die Wiedereinführung des Pornographieverbots und die Rücknahme der Strafrechtsliberalisierungen von 1969/1973 — der Staat soll die (biblische) Sexualethik aktiv gesetzlich durchsetzen. Die AfD bleibt beim Lebensschutz auf der Ebene von Beratungszielen und Hilfen (keine Strafbarkeitsforderung) und stellt keinerlei Forderungen zu Pornographie, Prostitution oder Sterbehilfe. Auch die Instrumente unterscheiden sich: Bündnis C setzt auf ein umfassendes Erziehungsgehalt als Systemwechsel, die AfD auf steuer- und rentenrechtliche Einzelmaßnahmen (Familiensplitting, Rentenbonus). Bei der AfD ist Familienpolitik zudem stark demografisch-national begründet (Erhalt des Staatsvolks), bei Bündnis C schöpfungstheologisch.
Gemeinsam: Dies ist das Feld der größten inhaltlichen Nähe — traditionelles Ehe- und Familienbild, Ablehnung von Gender-Mainstreaming, Quoten und „Frühsexualisierung“, Aufwertung elterlicher Erziehung gegenüber staatlicher Betreuung, Geburtenförderung statt Einwanderung, kritische Sicht auf die Abtreibungspraxis.
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AfD

  • „Bekenntnis zur traditionellen Familie als Leitbild“: Mutter und Vater in dauerhafter gemeinsamer Verantwortung; Kritik an „falsch verstandenem Feminismus“ und Geringschätzung von Hausfrauen/Müttern. AfD Kap. 6.1, S. 41
  • Höhere Geburtenrate der „einheimischen Bevölkerung“ als demografische Strategie („Mehr Kinder statt Masseneinwanderung“). AfD Kap. 6.2, S. 41–42
  • Materielle Förderung: Familiensplitting im Steuerrecht, zinslose Darlehen für Wohneigentum mit Teilerlass pro Kind, Rentenbonus nach Kinderzahl, Aufwertung häuslicher Pflege. AfD Kap. 11.3, S. 74 AfD Kap. 6.3, S. 42 AfD Kap. 5.4.3–5.4.4, S. 37
  • Gegen staatliche Bevorzugung der Krippenbetreuung; „Diskriminierung der Vollzeit-Mütter stoppen“. AfD Kap. 6.5, S. 43
  • Abtreibung: „Willkommenskultur für Neu- und Ungeborene“ — Lebensschutz beginnt beim Embryo, Beratung soll vorrangig auf Schutz des Ungeborenen zielen, Hilfen statt „Bagatellisierung“; kein generelles strafbewehrtes Verbot gefordert. AfD Kap. 6.7, S. 44
  • Gegen Gender-Mainstreaming, „Frühsexualisierung“, geschlechtsneutrale Sprache und Geschlechterquoten; Gender-Forschung nicht mehr fördern. AfD Kap. 8.3, S. 55–56 AfD Kap. 8.1.2, S. 52

Bündnis C

  • Ehe theologisch begründet: Gott schuf den Menschen „als Mann und Frau“; nur deren auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft ist „Keimzelle des Gemeinwesens“; gleichgeschlechtliche „Ehen“ dürfen „der Ehe von Mann und Frau nicht gleichgestellt werden“; Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare abzulehnen. BC Kap. 2.2, S. 8 BC Thema 1.1, S. 22–23 BC Thema 1.6, S. 23
  • Erziehungsgehalt für Eltern bis zum 16. Lebensjahr jedes Kindes; im Gegenzug Ende der einseitigen staatlichen Kita-Finanzierung — echtes Wahlrecht der Eltern. BC Thema 1.2, S. 23
  • Lebensschutz absolut: strafbewehrter Schutz „von der Zeugung bis zum natürlichen, vollständigen Tod“; das Lebensrecht des Kindes im Mutterleib ist „genauso strafbewehrt zu schützen wie das Lebensrecht eines jeden anderen Menschen“; keine Sterbehilfe, kein Organspende-Automatismus. BC Kap. 2.1.3, S. 7 BC Thema 1.6, S. 23–24
  • Gender-Mainstreaming als marxistisch inspirierte Ideologie „unverzüglich und auf allen Ebenen zu stoppen und rückgängig zu machen“; Verbot jedes Quotenzwangs. BC Kap. 2.2, S. 8 BC Thema 1.4, S. 23
  • Sexualethik staatlich flankieren: Wiederherstellung der vor 1973 gültigen Gesetzgebung — Pornographieverbot, Strafbarkeit von „Kuppelei“, Eindämmung der Prostitution, Verbot öffentlicher „Darstellung sexueller Unzucht“. BC Kap. 2.7.2, S. 15 BC Thema 1.3, S. 23

7. Bildung & Schule Übersicht

Kernunterschied

Die AfD will das staatliche Schulsystem reformieren (gegliedert, leistungsorientiert, ideologiefrei), stellt es aber nicht infrage. Bündnis C stellt die Systemfrage: Bildungsgutscheine statt staatlicher Schulfinanzierung, faktische Legalisierung des Homeschooling und ein Abmelderecht vom Sexualkundeunterricht — Positionen, die im AfD-Grundsatzprogramm fehlen. Umgekehrt fehlen bei Bündnis C die strukturpolitischen AfD-Themen (Schulformen, Inklusion, Diplom, duale Ausbildung) fast völlig. Kurios: Beide berufen sich auf Bildungsfreiheit, aber die AfD verteidigt die Institution Schule, Bündnis C die Familie gegen die Institution.
Gemeinsam: Kampf gegen „Indoktrination“ und Gender-Pädagogik an Schulen, Skepsis gegenüber staatlicher Frühbetreuung, Betonung elterlicher Erziehungsverantwortung.
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AfD

Bündnis C

  • Ausgangspunkt ist das Elternrecht: Kindererziehung — inklusive Sexualerziehung und Weltanschauung — ist „natürliches Recht“ der Eltern, nicht des Staates; ein Staat, der die Wertevermittlung an sich zieht, „ist totalitär“. BC Kap. 2.3.1, S. 8
  • Heimunterricht: „Eine Verfolgung von Eltern, die ihre Kinder zuhause und nicht an öffentlichen Schulen unterrichten, ist eine Verletzung fundamentaler Grundrechte“ — Staat prüft nur Mindeststandards. BC Kap. 2.3.2, S. 8–9
  • Bildungsfinanzierung umbauen: staatliche Schulgelder direkt an die Familien auszahlen (Gutschein-Logik), freier Wettbewerb der Schulkonzepte, Förderung christlicher Bekenntnisschulen. BC Thema 4.1, S. 25
  • Eltern in Lehrplankommissionen; jederzeitiges Recht, Kinder von ideologisch geprägten Unterrichtseinheiten (z. B. Sexualerziehung) fernzuhalten. BC Thema 4.2, S. 25
  • Hochschulen/Medien: alle Lehrtraditionen (z. B. Schöpfungslehre neben Evolutionslehre) sollen fair zugänglich bleiben. BC Kap. 2.3.3, S. 9

8. Wirtschaft, Soziales & Steuern Übersicht

Kernunterschied

Zwei handfeste Gegensätze: (1) Erbschaftsteuer — die AfD will sie abschaffen (11.4), Bündnis C will sie für sehr hohe Vermögen deutlich erhöhen (Thema 2.2), theologisch begründet als Schutz vor Vermögens- und Machtkonzentration. (2) Architektur des Sozialstaats — die AfD reformiert das bestehende Sozialversicherungssystem (aktivierende Grundsicherung als Hartz-IV-Ersatz, Rente mit Kinderbonus), Bündnis C ersetzt es komplett durch ein steuerfinanziertes bedingtes Grundeinkommen mit 25-%-Flat-Tax. Bündnis C ist damit ordnungspolitisch zugleich radikaler (Systemwechsel) und umverteilungsfreundlicher (Erbschaftsteuer) als die AfD. Spezifisch AfD sind dagegen Bargeld-Garantie, Goldheimholung und die Steuerbremse im Grundgesetz.
Gemeinsam: Soziale Marktwirtschaft, schlanker Staat, radikale Steuervereinfachung, Bürokratieabbau, keine Haftung der Allgemeinheit für Banken und fremde Staaten, Kritik an der EZB-Politik, Verbindung von Sozialleistung und Arbeitsbereitschaft (Lohnabstand bzw. Arbeitspflicht).
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AfD

  • Soziale Marktwirtschaft, freier Wettbewerb, Bürokratieabbau, Subventionen reduzieren und befristen; Mittelstand als „Herz unserer Wirtschaftskraft“. AfD Kap. 10.1–10.9, S. 67–69
  • Steuern: Stufentarif mit hohem Grundfreibetrag, Beseitigung der kalten Progression; verbindliche Steuer- und Abgabenbremse im Grundgesetz. AfD Kap. 11.1–11.2, S. 74
  • Vermögensteuer und Erbschaftsteuer abschaffen. AfD Kap. 11.4, S. 75
  • Sozialstaat: gesetzlichen Mindestlohn beibehalten; „Aktivierende Grundsicherung“ statt Hartz IV (Zuverdienst wird nicht voll verrechnet, Lohnabstandsgebot); Bundesagentur für Arbeit auflösen, kommunale Jobcenter. AfD Kap. 5.2–5.3, S. 36 AfD Kap. 5.4.2, S. 37
  • Staatsschulden planmäßig tilgen; Bargeld uneingeschränkt erhalten; deutsche Goldreserven zurückholen. AfD Kap. 11.9–11.11, S. 76–77

Bündnis C

  • Soziale Marktwirtschaft als „biblisch fundierte“ Ordnung (mosaische Gesetze, Bonhoeffers vier Mandate); Staat garantiert Rahmen, greift aber nicht direkt ein; gegen Konzentration wirtschaftlicher Macht. BC Kap. 2.4.1, S. 9 BC Kap. 2.5.2, S. 11
  • Steuern: „schlanker Staat“ mit wenigen, linearen, transparenten Steuern ohne Ausnahmetatbestände; langfristig Flat Tax von 25 % auf alle Einkommen, kombiniert mit Freibetrag. BC Kap. 2.5.3, S. 11 BC Thema 2.2, S. 24
  • Erhöhte, gestaffelte Erbschafts- und Schenkungssteuern auf sehr hohe Vermögen — als Instrument gegen Machtkonzentration (biblisches Erlassjahr als Vorbild). BC Kap. 2.5.3, S. 11 BC Thema 2.2, S. 24
  • Sozialstaat: radikaler Umbau — steuerfinanziertes bedingtes Grundeinkommen (bei Arbeitslosigkeit mit gemeinnütziger Arbeit, Alter, Krankheit, Ausbildung) ersetzt langfristig „vollständig“ alle bisherigen Sozialsysteme, inkl. Basis-Gesundheitsversicherung; keine zusätzlichen Sozialabgaben; „Wer nicht arbeiten will, obwohl er kann“, erhält nichts. BC Kap. 2.4.3, S. 10 BC Thema 2.1, S. 24
  • Keine Staatsschulden und keine Bürgschaften; persönliche Haftung von Verantwortlichen in Politik und Finanzwirtschaft; Kritik an „Sozialismus zugunsten des Großkapitals“ (Bankenrettung). BC Kap. 2.4.2, S. 9–10 BC Thema 2.3, S. 24

9. Umwelt, Klima & Energie Übersicht

Kernunterschied

Die AfD bestreitet die wissenschaftliche Grundlage des menschengemachten Klimawandels selbst und zieht daraus maximale Konsequenzen: komplettes Ende jeder CO2-Politik, EEG ersatzlos streichen, Rückkehr zur Kernkraft. Bündnis C bestreitet die Klimaforschung nicht frontal, sondern deutet Umweltkrisen theologisch (Symptom ethischen Verfalls) und wendet sich gegen die politische Instrumentalisierung — fordert aber zugleich echte Nachhaltigkeitspolitik bis hin zur Internalisierung ökologischer Folgekosten und zur Eindämmung des Schwerlastverkehrs, was der wirtschaftsliberalen AfD-Linie widerspricht. Zur Kernenergie sagt das Bündnis-C-Grundsatzprogramm nichts; die AfD macht sie zum Kernpunkt ihrer Energiepolitik.
Gemeinsam: Beide lehnen die aktuelle Klimaschutzpolitik als ideologisch getrieben ab, warnen vor Alarmismus und Verbotspolitik, betonen klassischen Natur- und Tierschutz und kritisieren Agrarsubventionen für Großbetriebe sowie Biokraftstoffe/Bioenergie-Förderung.
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AfD

  • Bestreitet die Grundlage der Klimapolitik: „Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert“; IPCC-Modelle seien unbestätigt, „Kohlendioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil allen Lebens.“ AfD Kap. 12.1, S. 79
  • „Schluss mit der ‚Klimaschutzpolitik‘“: keine Dekarbonisierung, keine CO2-Abgaben, keine deutschen Alleingänge, keine Förderung von Klimaschutzorganisationen. AfD Kap. 12.1, S. 79
  • EEG „ersatzlos abschaffen“ (Planwirtschaft, Umverteilung); EnEV und EEWärmeG abschaffen; Bioenergie-Subventionen beenden; Windkraftausbau stoppen. AfD Kap. 12.2–12.4, S. 80–82 AfD Kap. 13.2, S. 86
  • Kernenergie: Laufzeitverlängerung der bestehenden Kernkraftwerke, Kernforschung wieder erlauben. AfD Kap. 12.6, S. 83
  • Klassischer Naturschutz: Tiere als „fühlende Wesen“, Ablehnung des Schächtens, Kulturlandschaft gegen Windräder, weniger Agrarsubventionen. AfD Kap. 13.1–13.6, S. 86–88

Bündnis C

  • Umweltpolitik als „Bewahrung der Schöpfung“: Der Mensch trägt Verantwortung für den Erhalt; Ziel ist wirksamer Schutz von Mensch, Tier und Umwelt nach dem Verursacherprinzip. BC Kap. 2.7.4, S. 15–16
  • Klimapolitik-Skepsis mit anderer Stoßrichtung: gegen „demagogischen Alarmismus“ und eine „ökologisch-sozialistische Zivilreligion“; ökologische Katastrophen seien „Symptom … einer progressiven ethischen Verrohung der Menschheit“. BC Kap. 2.7.5, S. 16
  • Aber klare Nachhaltigkeitsforderungen: Ressourcenverbrauch durch „gesichertes Nachwachsen“ ausgleichen; ökologische Folgekosten bei Wirtschaft, Transport und Konsum einpreisen; Fern- und Schwerlastverkehr eindämmen; Anwohnerschutz vor Fluglärm über Wirtschaftsinteressen. BC Thema 3.1–3.2, S. 24–25
  • Erneuerbare „mit Augenmaß und Sachverstand“ fördern; gegen „Öko-Populismus“ und gegen Biokraftstoffe (Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion). BC Thema 3.2, S. 25
  • Landwirtschaft: Agrarsubventionen für Großbetriebe streichen, kleine/mittlere Betriebe und Direktvermarktung fördern; Tierversuche minimieren, tiergerechte Transporte. BC Thema 3.1–3.2, S. 24–25

10. Außen- & Sicherheitspolitik, Israel Übersicht

Kernunterschied

Die AfD betreibt klassische machtpolitische Interessenpolitik: ständiger UN-Sicherheitsratssitz, starke Bundeswehr, Wehrpflicht, Truppenabzug der Alliierten, Entspannung mit Russland. Bündnis C formuliert eine ethisch konditionierte Außenpolitik, deren zwei Alleinstellungsmerkmale die weltweite Christenverfolgung und die bedingungslose Israel-Solidarität sind — inklusive der maximalistischen Forderung nach Jerusalem als ungeteilter Hauptstadt. Im AfD-Grundsatzprogramm kommt Israel überhaupt nicht vor; umgekehrt fehlen bei Bündnis C alle militärpolitischen Konkretionen (NATO, Wehrpflicht, Rüstung). Bündnis C ordnet Ethik ausdrücklich über nationale Wirtschafts- und Machtinteressen — die AfD stellt genau diese Interessen „in den Mittelpunkt“.
Gemeinsam: Souveränität der Nationalstaaten als Leitprinzip, Kritik an supranationalen Organisationen (UNO/EU), Militäreinsätze nur zur Verteidigung, Ablehnung einer EU-Armee bzw. EU-Außenpolitik, Entwicklungshilfe als Hilfe zur Selbsthilfe (AfD) bzw. konditionierte Hilfe (BC).
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AfD

  • Interessengeleitete Außenpolitik: „nationale Interessen und das Wohl des deutschen Volkes im Mittelpunkt“. AfD Kap. 4 Einl., S. 29
  • UN reformieren; ständiger Sitz Deutschlands im UN-Sicherheitsrat. AfD Kap. 4.1, S. 30
  • NATO ja — aber nur als reines Verteidigungsbündnis; Einsätze nur bei Bezug zur deutschen Sicherheit. AfD Kap. 4.2, S. 30
  • Russland einbinden („Sicherheit in und für Europa kann ohne Russlands Einbindung nicht gelingen“); Abzug aller alliierten Truppen und ihrer Atomwaffen aus Deutschland. AfD Kap. 4.3, S. 31
  • Bundeswehr umfassend stärken; keine EU-Armee; Wehrpflicht für Männer (18–25) wieder einsetzen. AfD Kap. 4.4–4.4.2, S. 31–32
  • Entwicklungshilfe als „Hilfe zur Selbsthilfe“; Exportstopps für subventionierte Agrarprodukte nach Afrika. AfD Kap. 4.5, S. 32 AfD Kap. 9.1.2, S. 61
  • Israel/Nahost: kommt im Grundsatzprogramm nicht vor.

Bündnis C

  • Grundsätze: Selbstbestimmung der Völker, Freiheit, Frieden; Ethik und nationale Freiheit sind „höher zu gewichten als wirtschaftliche oder machtpolitische Interessen“. BC Kap. 2.9.1, 2.9.3, S. 18
  • Strikte Ablehnung von „Weltordnungsstrukturen“: Bevormundung durch die UNO „strikt abzulehnen“ (Kritik u. a. an Bevölkerungsregulierung, Gender-Propagierung, antiisraelischer Haltung). BC Kap. 2.9.2, S. 18
  • Militär: „Parlamentarisch legitimierte Kriegseinsätze dienen ausschließlich der Verteidigung des Landes oder eines Bündnispartners.“ Keine Aussagen zu NATO, Bundeswehr-Ausbau oder Wehrpflicht. BC Kap. 2.9.2, S. 18
  • Christenverfolgung als „oberste Priorität“ der Außenpolitik; Zusammenarbeit und Hilfe nur bei realer Religionsfreiheit. BC Kap. 2.9.3, S. 18
  • Israel als eigener Schwerpunkt: „unumstößliches Recht des jüdischen Volkes, das Land Israel zu bewohnen und zu besitzen“; Jerusalem als „ungeteilte Hauptstadt Israels“; Absage an jede Landteilung; islamischer Antijudaismus als Konfliktursache benannt; historische Verantwortung Deutschlands aus der Shoah. BC Kap. 2.9.4, S. 18 BC Kap. 2.8.5, S. 17 BC Thema 6, S. 26

11. Innere Sicherheit, Justiz & Medien Übersicht

Kernunterschied

Innere Sicherheit ist für die AfD ein eigenständiges Großthema mit konkretem Law-and-Order-Programm (Polizei, Strafrecht, Ausweisung, Waffenrecht). Bündnis C hat kein Sicherheitskapitel; seine justizpolitischen Aussagen sind rechtsphilosophisch (Tat statt Gesinnung, Sühneprinzip) und sein strafrechtlicher Verschärfungswille konzentriert sich auf Sexual- und Jugendschutzdelikte. Beim Rundfunk fordert nur die AfD die Abschaffung des Beitrags.
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AfD

  • Eigenes Kapitel: Polizei personell stärken, Strafjustiz beschleunigen; „Opferschutz statt Täterschutz“; härtere Strafen für Angriffe auf Amtspersonen. AfD Kap. 3.1–3.4, S. 25–26
  • Weisungsfreie Staatsanwälte, unabhängige Richter (Kritik an politischer Besetzung). AfD Kap. 3.2, S. 25
  • Waffenrecht nicht verschärfen; „kein Datenschutz für Täter“; organisierte Kriminalität: Ausweisung ausländischer OK-Täter erleichtern. AfD Kap. 3.5–3.7, S. 26–27
  • Medien: Rundfunkbeitrag abschaffen, öffentlich-rechtlichen Rundfunk verschlanken; Kultur und Kunst von Parteieinfluss befreien. AfD Kap. 7.4–7.5, S. 48

Bündnis C

  • Justizverständnis: Gerichte urteilen über Taten, nicht über Gesinnung; „besonders scharf abzulehnen sind Gesinnungsurteile“; Strafe muss der Tat angemessen sein (Wiedergutmachung und Sühne), gegen „Psychologisierung des Täters“ zulasten der Opfer. BC Kap. 2.1.2, S. 7
  • Jugendschutz: umfassender Schutz vor Suchtmitteln; Verschärfung des Strafrechts bei sexuellem Missbrauch von Kindern; Eindämmung der Prostitution. BC Kap. 2.7.3, S. 15 BC Thema 1.3, S. 23
  • Medien: freier Wettbewerb privatwirtschaftlicher Medien; „weltanschaulich einseitiger Missbrauch der Medien oder der Hochschulen ist zu unterbinden“; keine Forderung zur Abschaffung des Rundfunkbeitrags. BC Kap. 2.3.3, S. 9

12. Zusammenfassung: Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick Übersicht

ThemaAfDBündnis CBelege
Fundament Säkular-national: Volk, Nation, kulturelle Identität Biblisch: Gottes Ordnung über jeder Mehrheit; jede Position mit Bibelstellen begründet AfD Präambel; BC 1, 2.6.2
Verortung Anti-Establishment-Protestpartei („politisches Kartell“) Verweigert Links-Rechts-Schema; ausdrückliche Distanzierung von Nationalsozialismus und Marxismus AfD Kap. 1 Einl.; BC 3
Euro Geordnete Beendigung / Austritt aus der Währungsunion „zwingend erforderlich“ Kein Euro-Ausstieg; nur Ende der Haftungs- und Transferunion AfD 2.4; BC Thema 5.2
Asylrecht Individuelles Asylgrundrecht abschaffen (institutionelle Garantie), Verfahren externalisieren, Grenzen schließen Asylrecht bleibt; Gastfreundschaft mit Pflichten, Ausweisung bei Missbrauch AfD 9.1.1; BC 2.8.4
Islam „Gehört nicht zu Deutschland“; Verbotskatalog (Minarett, Muezzinruf, Burka, Kopftuch, Koranschulen) Islamisierung „nicht hinnehmbar“, aber keine Verbote — Aufklärung, Überzeugung, Bekenntnisfreiheit für alle AfD 7.6, 8.2.7; BC Thema 5.1, Kap. 3
Abtreibung „Kultur des Lebens“, Beratung pro Austragen, Hilfen — keine Strafbarkeitsforderung Generelles, strafbewehrtes Verbot von der Empfängnis an; auch keine Sterbehilfe AfD 6.7; BC 2.1.3, Thema 1.6
Sexualethik Keine Forderungen zu Pornographie/Prostitution Wiedereinführung des Pornographieverbots (Rechtsstand vor 1973), Eindämmung der Prostitution —; BC 2.7.2, Thema 1.3
Sozialstaat Reform im System: aktivierende Grundsicherung, Mindestlohn beibehalten Systemwechsel: bedingtes Grundeinkommen ersetzt alle Sozialversicherungen AfD 5.3, 5.4.2; BC 2.4.3, Thema 2.1
Erbschaftsteuer Abschaffen (samt Vermögensteuer) Für sehr hohe Vermögen deutlich erhöhen und staffeln AfD 11.4; BC 2.5.3, Thema 2.2
Schule Staatliches gegliedertes Schulsystem stärken Bildungsgutscheine, Homeschooling legalisieren, Abmelderecht vom Sexualkundeunterricht AfD 8.2; BC 2.3.2, Thema 4
Klima Bestreitet menschengemachten Klimawandel; Ende jeder CO2-Politik; EEG ersatzlos streichen; pro Kernkraft Gegen Klima-„Alarmismus“, aber für Nachhaltigkeit und Einpreisung ökologischer Folgekosten; keine Aussage zur Kernkraft AfD 12.1–12.6; BC 2.7.4–2.7.5, Thema 3
Militär Bundeswehr ausbauen, Wehrpflicht (Männer 18–25), NATO als Verteidigungsbündnis, Abzug alliierter Truppen/Atomwaffen Nur Verteidigungseinsätze; keine Aussagen zu NATO, Wehrpflicht oder Aufrüstung AfD 4.2–4.4.2; BC 2.9.2
Israel Kommt im Grundsatzprogramm nicht vor Zentraler Schwerpunkt: Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt, gegen jede Landteilung —; BC 2.9.4, Thema 6
5-%-Hürde Keine Abschaffungsforderung (nur allgemeine Parteienkritik) Aufhebung der Fünf-Prozent-Hürde, Verbot des Fraktionszwangs AfD 1.5; BC 2.6.3, Thema 2.3

Gesamteinordnung

Beide Parteien überschneiden sich stark in ihrer Gesellschafts- und Kulturkritik (traditionelle Familie, Anti-Gender, Kritik an „Political Correctness“, EU-Zentralismus, Klimapolitik, Elitenkritik) — hier wirken die Programme teils wie zwei Dialekte desselben konservativen Protests. Sie trennen sich jedoch fundamental in Begründung, Ton und Radikalität je Themenfeld: Die AfD ist dort am schärfsten, wo es um Nation, Migration, Islam und Euro geht — mit konkreten Verbots- und Ausstiegsforderungen. Bündnis C ist dort am schärfsten, wo es um Bioethik und Sexualmoral geht (absolutes Abtreibungsverbot, Pornographieverbot) — Felder, auf denen die AfD deutlich zurückhaltender bleibt. Die theologische Fundierung führt bei Bündnis C zu Positionen, die quer zum Rechts-links-Schema liegen: Feindesliebe und Gastfreundschaft gegenüber Migranten, erhöhte Erbschaftsteuern, Einpreisung ökologischer Folgekosten, bedingungslose Israel-Solidarität und ausdrückliche Distanzierung vom Nationalismus — allesamt Punkte, an denen sich die beiden Programme direkt widersprechen oder das AfD-Programm schweigt.

13. Originaldokumente (eingebettet) Übersicht

Beide Programme sind hier vollständig eingebettet und können direkt gelesen werden. Die Verweise im Vergleich (z. B. AfD Kap. 9.1.1, S. 59) öffnen die PDF-Datei zusätzlich auf der jeweiligen Seite in einem eigenen Tab. Falls dein Browser die Einbettung nicht anzeigt, nutze die Download-Links unter dem jeweiligen Viewer.

AfD — „Programm für Deutschland“ (Grundsatzprogramm 2016) — Dokument anzeigen

Programm_AfD_Online_.pdf in eigenem Tab öffnen

Bündnis C — „Grundsätze und Eckpunkte“ (2019, 8. Auflage Okt. 2024) — Dokument anzeigen

BC-Grundsaetze-Eckpunkte_2024_ONLINE.pdf in eigenem Tab öffnen

Quellen & Hinweise Übersicht

Quellen: Alternative für Deutschland: „Programm für Deutschland. Das Grundsatzprogramm der Alternative für Deutschland“, beschlossen auf dem Bundesparteitag in Stuttgart, 30.04.–01.05.2016 (Datei: Programm_AfD_Online_.pdf) · Bündnis C – Christen für Deutschland: „Grundsätze und Eckpunkte für eine Politik nach christlichen Werten“, Fassung mit Änderungen vom 10.02.2019, 8. Auflage Oktober 2024 (Datei: BC-Grundsaetze-Eckpunkte_2024_ONLINE.pdf).

Hinweise: Seitenangaben beziehen sich auf die gedruckten Seitenzahlen der Dokumente; die PDF-Links (#page=…) springen in gängigen Viewern zur entsprechenden Seite. Der Vergleich basiert ausschließlich auf den beiden genannten Grundsatzdokumenten — spätere Wahlprogramme (z. B. AfD-Bundestagswahlprogramme, Bündnis-C-Europawahlprogramm) können in einzelnen Punkten abweichen oder darüber hinausgehen. Zusammenstellung: Juli 2026.

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